DIE KLERF

Die Klerf

Die Klerf, 49,3 Kilometer lang ist ein Fluss der zur Gänze auf luxemburger Territorium liegt. Ihre Quelle befindet sich in Huldange auf einer Höhe von 530 m ü.M. Von der Quelle an heisst der Fluss Woltz und ab Klerf (Clervaux) ändert sie ihren Namen, jetzt heisst der Fluss Klerf. Sie durchquert die Ortschaften Ulflingen (Troisvierges), Klerf (Clervaux), Drauffelt, Wilwerwiltz und Kautenbach wo sie auf einer Höhe von 250 m in die Wiltz mündet. 

Datum : 16 und 17 April 2015

Länge : 49,3 Kilometer

Quellhöhe : 530 m 50°10'09'' N 6°00'57'' O

Quelle : Huldange

Mündungshöhe : 250 m

Mündung : Kautenbach 49°57'05'' N 6°01'01'' O

Länder : Luxemburg

16 April 2015

Zuerst etwas Seltsames, Die Klerf heisst Woltz bis nach Klerf wo sie ihren Namen wechselt. Ab Klerf heisst die Klerf : Klerf ! Ausserdem, der Name Woltz hat nichts mit Wiltz (Woltz auf luxemburgisch) zu tun, dieser charmanten kleinen Stadt im Norden und dem Fluss mit demselben Namen ...Wiltz, die ihrerseits ihre Quelle in Bastogne (Belgien) hat. All das scheint etwas komplizert, es muss jedoch erklärt werden um nichts zu verwechseln.

Die Woltz (Klerf) entspringt nahe Huldange, nicht weit vom höchsten Punkt des Grossherzogtums (Buergplaz 559m). Danke an meinen Sohn Yann, der die Liebenswürdigkeit hatte mich hierher zu bringen. Die Quelle wird gebildet durch 3 aufeinander folgende Weiher. Um die Weiher zu erreichen muss ich ein noch vom morgendlichen Nebel klitschnasses Feld durchqueren. Leider gibt es keine Möglichkeit die Weiher zu umrunden, ich bin also gezwungen zum Startpunkt zurück zu gehen und dann ganz Huldange durchqueren. Was aber nicht weiter schlimm ist, das Dorf ist genau so verlockend wie das Wetter heute, viele schöne Häuser mit gepflegten Vorgärten die in voller Blüte stehen. Das noch junge Flüsschen schlängelt durch grüne Wiesen mit vielen bunten Wildblumen. Die Woltz (Klerf) fliesst zuerst Richtung Basbellain, dann macht sie eine grosse Schleife nach Westen längs der Eisenbahnlinie um anschliessend wieder nach Osten zu fliessen bis zur Cornelysmillen. Jetzt dreht sie nach Süden ab bis Ulflingen. Es ist Mittag und ich erlaube mir eine eisgekühlte Cola in einem Café gegenüber dem Bahnhof. Der kleine Fluss läuft an einen Campingplatz mit noch geschlossenem Freibad vorbei. Am Ende des Dorfes enfernt sich die Woltz etwas von der Zivilisation, sie fliesst nun durch das für mich unzugängliche Unterholz eines Waldes. Ich wandere weiter auf einer verkehrslosen Nebenstrasse. Von ganz oben verliere ich die Klerf nie ausser Sicht die unten immer wieder zwischen Bäumen und Sträuchern hervor lugt. Bei Fünfbrunnen (Cinqfontaines) erklärt eine Tafel die Geschichte der Fluchthelfer, Leute die während den Wirren des 2ten Weltkrieges, den Entflohenen des Klosters Fünfbrunnen und anderen Verfolgten halfen die Woltz und die Eisenbahn zu überqueren um ins nahe gelegene Belgien zu gelangen. Etwas weiter das Kloster von Fünfbrunnen, das heutzutage Trost-und Ruhesuchenden Aufenthalt gewährt um die Seele baumeln zu lassen und den inneren Frieden wieder zu erlangen. 1941 wurden jedoch in den heute so friedlichen Gebäuden, 700 Juden zusammen getrieben um sie anschliessend in die Todeslager zu schicken. Am Fusse des Klosters erinnert ein Monument an dieses schwarze (oder braune) Jahr der Geschichte. Mangels Wegen und Pfaden bin ich gezwungen einen kleinen Umweg über Sassel zu machen. Am Ausgang dieses Dorfes gibt es einen Bach, die « Trëtterbaach » die die Woltz grösser werden lässt. An ihrer Mündung ist der Bach gar grösser als der Fluss selbst. Bald komme ich an der Maulusmühle an, einem kleinen verzauberten Ort an dem man gerne etwas verweilen würde.

Einziger Nachteil, hier geht es auch wieder auf die Hauptstrasse, den CR 335, die stark befahren ist von den verschiedensten Vehikeln. Glücklicherweise ist es nicht mehr weit bis Klerf, mein heutiges Etappenziel. Hier ändert die Woltz ihren Namen, von nun an heisst der Fluss Klerf. Mit dieser Änderung nimmt der Fluss auch grössere Dimensionen an, und ist somit eines Flusses würdig.

Am Bahnhof, im Hotel « des Nations » werde ich nächtigen. Nach einem Spargelabend, es ist Spargelzeit, und nach 30 Kilometern in den Waden schlafe ich wie ein Murmeltier.

17 April 2015

Guten Morgen Klerf ! Das kleine Ardennenstädtchen hat einiges zu bieten. Zuerst sein Schloss, dessen Konstruktion bis ins 12te Jahrhundert zurückgeht. Hier ist die Dauerausstellung « The family of Man » von Edward Steichen zu Hause, ebenso das Museum der Ardennenschlacht. Eine Fussgängerzone mit Geschäften, Restaurants und Strassencafés macht aus diesem sympatischen Städtchen einen Ort an dem man gerne länger bleiben würde. Ich verlasse Klerf über die Klerfpromenade in Richtung Drauffelt. Den Fluss immer im Auge geht es über eine verkehrsarme Strasse über die Höhen bis Drauffelt. Kurz hinter Drauffelt begegne ich einem Storch und danach einigen Graureihern die die Präsenz von Fischen beweisen, von denen ich jetzt auch viele sehe. Jetzt kommen 2 malerische Orte, Enscheringen und Wilwerwiltz. Sehr ruhige Dörfer, ausser wenn ein Zug kommt. Die Züge, obwohl elektrisch, machen einen Höllenlärm, man hört sie von weitem wegen des engen Tales. Lellingen, auch sehr schön und ruhig gelegen, etwas abseits unserer lärmenden Zivilisation, ich könnte mir vorstellen hier zu leben. Ein Café, eine Kunstgalerie und eine klitzekleine Kirche bevor eine Fahrradpiste von 8 Kilometern anfängt die bis Kautenbach führt. Kein Fahrrad, kein Mensch, nichts als Ruhe. Ich geniesse diese wohltuende Ruhe in vollen Zügen, um so mehr die Klerf sich durch schöne grüne Wiesen schlängelt und hier eher einen guten Maler bräuchte als einen erbärmlichen Fotografen wie mich.

Es fängt leicht an zu regnen. Ich bin nicht mehr weit von der Mündung entfernt. In Kautenbach mündet die Klerf ohne grosses Aufheben in die Wiltz...Achtung ! Jetzt nicht verwechseln mit der Woltz !!!

Sehenswert unterwegs :

· Schloss und Kloster Fünfbrunnen (Cinqfontaines)

· Schloss in Klerf (Clervaux)

· Dauerausstellung « Family of Man »